Jugendherbergen spielen an der Schnittstelle von Bildung, Jugendarbeit und Tourismus seit Jahren eine zunehmend wichtigere Rolle in Sachsen. Sie verstehen sich mit ihren vielfältigen anspruchsvollen pädagogischen Angeboten als Lernorte außerhalb der Schule. Sie befördern soziale Kompetenzen und wecken das Bewusstsein für Natur und Umwelt. Gleichzeitig verkörpern sie ein wesentliches Marktsegment des Tourismus im Land und in den Regionen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur infrastrukturellen Entwicklung.

Diese Aspekte finden zunehmend auch Anerkennung und Akzeptanz in Politik und Gesellschaft unseres Bundeslandes. Das dem so ist, lässt sich an konkreten Fakten und Ereignissen im Berichtsjahr 2013 eindrucksvoll und nachhaltig unter Beweis stellen.

So beschloss der Sächsische Landtag im Januar auf Antrag der Fraktionen von CDU und FDP mit großer Mehrheit die Erarbeitung und Umsetzung eines „Aktionsplanes Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Sachsen“, der die Rolle der gemeinnützigen Einrichtungen als Erholungs-, Erfahrungs- und Lernorte herausstellen soll.

In der Präambel des Beschlusses heißt es:
„Die Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Sachsen sind ein gesellschaftlich wichtiger Ort der Begegnung nicht nur für Schulklassen, sondern auch mehr und mehr für Familien. Mit seiner Kulturgeschichte und seinen landschaftlichen Schönheiten übt Sachsen einen besonderen Reiz aus und gehört zu den attraktivsten Reisezielen. Mehr als 200 Einrichtungen mit ca. 15.000 Betten locken deshalb Besucher aus Sachsen, Deutschland und der Welt in den Freistaat.“

Prof. Dr. Günther Schneider
Präsident DJH Landesverband Sachsen Prof. Schneider

Mit diesem klaren Bekenntnis der Sächsischen Landespolitik wurden die langjährigen Bemühungen der beteiligten gemeinnützigen Trägerorganisationen belohnt. Der sächsische Jugendherbergsverband als größte Organisation im Verbund hat am Zustandekommen des Beschlusses einen maßgeblichen Anteil. Dafür möchte ich mich bei allen ehren- und hauptamtlichen Akteuren ausdrücklich bedanken. Ein enorm wichtiger Bestandteil des Beschlusses war die Fortschreibung des Masterplanes zur qualitativen und investiven Entwicklung und wirtschaftlichen Sicherstellung der Einrichtungen. Die Masterplanung wird seitens des Landes Sachsen mit 50.000 € unterstützt wofür ich mich insbesondere beim Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz ausdrücklich bedanken möchte. Die Masterplankonzeption soll die Grundlage für die Förderung der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in den kommenden Jahren sein. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im 1.Halbjahr 2014 vorliegen.

Auch an anderer Stelle wird die Wertschätzung der Arbeit des sächsischen Jugendherbergsverbandes in 2013 aus Sicht der Sächsischen Staatspolitik deutlich. Anlässlich Ihres Besuches der komplex sanierten und modernisierten Jugendherberge in Klingenthal unterstrich die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Claus Rolle und Bedeutung der Jugendherbergen in der Gegenwart: „Seit meiner Jugendherbergszeit hat sich vieles verändert. Jugendherbergen werden immer moderner, vielfältiger im Angebot und deutlich attraktiver. Sie vermitteln Wissen und stärken die Beziehungen der Jugendlichen untereinander.“ 

Ähnlich äußerte sich auch die Sächsische Staatsministerin für Kultus, Brunhild Kurth anlässlich eines Arbeitsgespräches mit den Jugendherbergsleiterinnen und -Leitern im Oktober dieses Jahres: „Die Jugendherbergen sind hervorragend ausgestattet. Sie sind längst nicht mehr nur Übernachtungsstätten. Sie leisten heute mehr denn je mit ihren umfangreichen Programmangeboten einen wichtigen Beitrag zu Bildung und Erziehung der jungen Generation außerhalb der Schule.“

Liebe Jugendherbergsfreunde,

Diese Wertungen sind für uns Anerkennung und Verpflichtung zugleich. Gute Ergebnisse unserer verbandspolitischen Arbeit sind dauerhaft und langfristig nur
auf Grundlage eines stabilen wirtschaftlichen Fundaments zu erreichen. In unserem Leitbild heißt es dazu:

„Unsere idealistischen Zielsetzungen müssen wir durch unternehmerische Leistungen nach dem Grundsatz einer optimalen Wirtschaftlichkeit gestalten, um damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicher zu stellen.“

Diesem Anspruch sind wir im Berichtsjahr nicht vollumfänglich gerecht geworden. Bezüglich der Zahl der Übernachtungen haben wir unsere Zielsetzungen verfehlt. Insbesondere das Hochwasser im Juni hat zu deutlichen Belegungsausfällen geführt.

Unsere Jugendherbergen waren zwar nicht unmittelbar betroffen, doch konnten einige Standorte vor allem an der Elbe zeitweise nicht erreicht werden. Andererseits waren potentielle Gäste selbst von der Naturkatastrophe betroffen, so dass sie den geplanten Aufenthalt absagen mussten. Auf Grundlage einer entsprechenden Analyse sind uns aus diesem Anlass ca. 8.000 Übernachtungen verloren gegangen, die im weiteren Jahresverlauf trotz intensiver Bemühungen der JH-Leitungen der betroffenen Häuser nicht mehr kompensiert werden konnten. Leider hatten die Belegungsausfälle auch Ertragsrückgänge zur Folge. Ich hoffe sehr, dass wir in 2014 von solchen oder ähnlichen negativen Ereignissen verschont bleiben.

Unabhängig davon, möchte ich mich im Namen des Präsidiums unseres Landesverbandes bei allen bedanken, die mit ihrer tagtäglichen Arbeit bzw. ihres ehrenamtlichen Engagements zu den positiven Ergebnissen der Verbandsarbeit im Berichtsjahr 2013 beigetragen haben. Bleiben Sie uns gewogen, arbeiten sie weiter so konstruktiv und professionell, dann soll uns um die Zukunft unseres Unternehmens nicht Bange sein.

In diesem Sinne ein herzliches Glück auf!

Ihr Prof. Dr. Günther Schneider
Präsident des DJH Landesverband Sachsen e.V.