Klassenfahrten sind wichtig - vor allem für gemeinsames Erleben! Leider lässt der Geldbeutel einiger Familien eine Teilnahme manchmal nicht zu. Doch nicht nur hier dürfen Sie Hilfe erwarten. Auch an die Lehrer oder Betreuer ist gedacht.

Zuschüsse und Hartz IV

Hartz IV hat den Geldbeutel vieler Familien geschmälert. Der deutsche Kinderschutzbund rechnet damit, dass in Deutschland etwa 1,5 Millionen Kinder, also jedes zehnte Kind bedürftig sind. Während Deutsches Jugendherbergswerk, Bundeselternrat und der Verband Deutscher Schullandheime in gemeinsamen Erklärungen den pädagogischen Wert sinnvoll gestalteter Klassenfahrten unterstreichen, scheint es aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten vielen Eltern gar nicht mehr möglich zu sein, ihre Kindern an diesen Veranstaltungen teilnehmen zu lassen. Waren bis 2004 die Eltern sozialhilfeberechtigt, so hat der zuständige Sozialhilfeträger weitgehend die notwendigen Kosten für die Teilnahme an einer Klassenfahrt bzw. Schulwanderung getragen. Aufgrund der gesetzlichen Neuregelungen sind immer noch viele Lehrer und Eltern verunsichert, ob diese Ausgaben weiterhin vom Sozialhilfeträger finanziert werden.

Im Sozialgesetzbuch (SGB) II heißt es dazu sinngemäß: "Leistungen für mehrtägige Klassenfahrten im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen sind nicht von der Regelleistung erfasst. Sie werden gesondert erbracht, wenn Hilfsbedürftige den Bedarf aus eigenen Mitteln nicht voll decken können (SGB II, § 23, Abs. 3, Ziff. 3)"

Antragsberechtigt sind die Eltern der Kinder, in deren "Bedarfsgemeinschaft" die Kinder leben. Nach Erfahrungen des Deutschen Jugendherbergswerkes wird den Anträgen in der Regel stattgegeben; eine Beratung der Eltern kann bei den zuständigen Stellen erfolgen.

Reisekostenerstattung für Lehrer

Gemäß der Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Durchführung von Schulfahrten (VwV) in der Fassung vom 07.04.2004 haben Lehrer einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf Reisekostenerstattung. Dieser ist über das zuständige Regionalschulamt geltend zu machen.

In § 9 Abs.3 heißt es wie folgt:
"Die Reisekostenerstattung erfolgt entsprechend dem Sächsischen Gesetz über die Reisekostenvergütung der Beamten und Richter (Sächsisches Reisekostengesetz - SächsRKG) vom 08. Juli 1998 (SächsGVBl. S.346). Freiplätze der Beförderungs- und Beherbergungsunternehmen sind zur Minderung der Reisekosten der teilnehmenden Lehrer und Begleitpersonen einzusetzen. Bei einer Kostenübernahme der Fahrkosten oder anderer Kosten und Tagegelder der Lehrer und der Begleitpersonen durch Dritte ist dies auf die Reisekostenerstattung anzurechnen. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden den Regionalschulämtern vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus jährlich zugewiesen. Die Regionalschulämter informieren die Schulen über die Höhe der für die einzelne Schule zur Verfügung stehenden Mittel. Von diesen sind alle Reisekosten der teilnehmenden Lehrkräfte und Begleitpersonen zu begleichen. Der Schulleiter entscheidet, wie die Mittel für die jeweilige Schule in Anspruch genommen werden. Davon ausgenommen sind Schulfahrten nach Ziffer 2.4. Diese Gelder werden gesondert zugewiesen."

Die komplette Verwaltungsvorschrift finden Sie auf den Webseiten des Freistaates Sachsen.